Sehnsucht der Zukunft
- irina fedorova
- 28. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Okt. 2025
In den »Gallus-Geschichten« sucht das Junge Schauspiel nach Spuren von Arbeitsideologien, Haltungen und Gefühlserbschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus in Strukturen von Arbeitsmigration und den Möglichkeiten zur Beheimatung heute. Soziale Einrichtungen und Kulturvereine aus dem Gallus beteiligen sich mit kleinen künstlerischen Rechercheprojekten. Unter dem Titel »Aus freien Stücken?« entsteht daraus am 9. und 10. Mai 2025 ein vielfältiger Performance-Abend im Gallus Theater mit gemeinsamen Präsentationen, Installationen, Podiumsgesprächen und “Worldcafés”.
B-Heimat. Orte unserer Sehnsucht (Junges Schauspiel Frankfurt)
Ein intergeneratives Ensemble stellt sich dem Abenteuer des Sortierens und Neu-Erzählens und schlägt Erinnerungsbögen aus einer Vielfalt von »Gallus-/ Geschichten«, In den Erzählungen über die Generationen hinweg spiegeln sich alte Muster von Ausgrenzungserfahrungen, aber auch begeisternde Erfahrungen von Solidarität, kultureller Bereicherung und vielfältige Formen von Beheimatung.
„Wie reicht zuhause- und wie duftet die Zukunft?“
Parallel zur Arbeit im Offenen Jugendtreff nähern sich die Teilnehmenden der Deutsch-Intensivklasse im 7. Jahrgang der Paul-Hindemith-Schule, die wöchentlich das Mehrgenerationenhaus Frankfurt (MGH) besuchen, mit der Video-Künstlerin Malia Baron der Frage an, was es bedeutet, in einer neuen Gesellschaft anzukommen. Ausgehend von Gerüchen, die Erinnerungen an frühere Heimaten wachrufen, erkunden sie in filmischen Portraits persönliche Sehnsüchte, die Suche nach Zugehörigkeit und Vorstellungen einer gemeinsamen Zukunft.
In der Videoarbeit zeichnet sich Parallelen zu Haltung und Erfahrungen sogenannter “Gastarbeiterinnen” der ersten Generation und gleichzeitig Hoffnungen und Potentiale auf eine aktive Lebens- und Arbeitsgestaltung in einer zweiten Heimat. Schülerinnen einer Deutsch-Intensivlasse der Paul-Hindemith-Schule im “Kinder im Zentrum Gallus e.V./Mehr-generationenhaus Frankfurt Gallus” mit Jacob Garscha und Miriam Armah, Pädagogische Fachkräfte der Offenen Kinder-und Jugendarbeit sowie der Videografin und Medienpädagogin Malia Baron. (Performance in öffentlichen Raum am Ende).
Bei der Betrachtung dieser Werke gewinnt man den Eindruck, dass unsere Zukunft von unserem Kontakt mit der Vergangenheit abhängt. Die Vergangenheit, die Unausgesprochenes und dahinter verborgene Scham birgt, ist wie ein Stein, der in die Zukunft geworfen wird. Durch klares Wasser kann man möglicherweise in die Tiefe blicken. Die Generation von morgen ist ehrlicher und mutiger. Sie ist bereit, Fragen zu stellen, und möchte Antworten darauf hören.












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